Matthias Kühne, 03.03.2025

OFF Büromöbelwerk GmbH – Insolvenzplan einstimmig angenommen

Pressemitteilung

Insolvenzplan einstimmig angenommen – baldiges Verfahrensende in Sicht. Die Gläubiger haben am 28.02.25 den von der OFF Büromöbelwerk GmbH vorgelegten Insolvenzplan einstimmig angenommen. Dieser sieht den Erhalt des Unternehmens und die Fortführung des Geschäftsbetriebs vor. Die OFF Büromöbelwerk GmbH firmiert zukünftig als Hund Office GmbH und bündelt den gesamten Geschäftsbetrieb der bisherigen Hund-Gruppe. Die Standorte in Biberach und Sulzdorf a.d.L. werden fortgeführt.

Inhalt des Insolvenzplanes

Der Insolvenzplan sieht den Erhalt und die Fortführung des Unternehmens vor. Außerdem ist vorgesehen, dass materielle und immaterielle Vermögenswerte der Hund Möbelwerke GmbH & Co. KG und der Hund Büromöbel GmbH übernommen werden. Damit kann auch in Zukunft der Geschäftsbetrieb der ehemaligen Hund-Gruppe fortgeführt werden.

Investor ist die BFW Beteiligungs GmbH, vertreten durch Herrn Dr. Lars Wiegmann mit Sitz in Kaufbeuren. Diese wird im Zuge des Insolvenzplans auch alle Geschäftsanteile übernehmen. Die Familie Hund scheidet einvernehmlich als Gesellschafter aus. Herr Hendrik Hund bleibt dem Unternehmen aber in beratender Funktion erhalten.

Zur Absicherung des Geschäftsbetriebs wurde auch die Immobilie am Produktionsstandort in Sulzdorf käuflich erworben. Für den Standort in Biberach gibt es eine Mietlösung.

Durch den Insolvenzplan konnten alle Arbeitsplätze der OFF Büromöbelwerk GmbH erhalten werden. Ebenso konnten nahezu alle weiteren Arbeitsplätze der Hund-Gruppe durch die OFF Büromöbelwerk GmbH übernommen werden. Das Unternehmen beschäftigt damit zukünftig rund 90 Mitarbeiter.

Die Gläubiger erhalten eine Insolvenzquote als Einmalzahlung zur Abgeltung ihrer bestehenden Forderungen. Die Unterstützung des Insolvenzplanes durch Gläubiger ist die Grundlage für die finanzwirtschaftliche Sanierung des Unternehmens.

Zuvor hatten sich bereits der Sachwalter Herr Dr. Dirk Pehl von der Kanzlei Schultze & Braun und die wesentlichen Gläubiger für den Insolvenzplan ausgesprochen. Die Zustimmung zur Übertragung der wesentlichen materiellen und immateriellen Vermögenswerte der Hund Möbelwerke GmbH & Co. KG und der Hund Büromöbelwerk GmbH wurde durch den jeweiligen Gläubigerausschuss erteilt.

Die Lösung ist Ergebnis eines M&A-Prozesses, der trotz eines schwierigen Marktumfeldes durch die Concentro Management AG, namentlich Herr Lars Werner und Herr Philipp Goller geführt wurde. Daneben wurde das Unternehmen bei der Liquiditätsplanung und -steuerung von Herrn Guido Weißgerber und Herrn Volker Schleier, ebenfalls Concentro Management AG, unterstützt.

Mit dieser Lösung bleiben die gewachsenen Strukturen und das aufgebaute Know-how erhalten. Alle Kunden und Lieferanten bleiben an Bord und werden das Unternehmen weiterhin unterstützen.

Zeitplan zur Umsetzung

Der Insolvenzplan wurde durch die Gläubiger einstimmig angenommen und mit Beschluss des Insolvenzgerichts Offenburg vom 28.02.2025 gerichtlich bestätigt. Aufgrund der einstimmigen Annahme wird damit gerechnet, dass kein Rechtmittel eingelegt und der Insolvenzplan Mitte März rechtskräftig werden wird. Mit Rechtskraft des Insolvenzplans und Zahlung der Verfahrenskosten kann das Eigenverwaltungsverfahren aufgehoben werden. Das Eigenverwaltungsverfahren kann damit aller Voraussicht nach noch im Laufe des Monats April 2025 abgeschlossen werden. Die Gläubiger können Ende Mai mit der Auszahlung der Insolvenzquote rechnen.

Über die Hund-Gruppe

Die Wurzeln der Hund-Gruppe gehen mehr als 100 Jahre bis in das Jahr 1919 zurück. Es besteht somit eine lange Tradition in der Herstellung von Büromöbeln, die nach Beendigung des Insolvenzverfahrens in einer finanziell sehr gesunden und verschlankten Struktur fortgesetzt wird. Ab dem 01. März 2025 werden alle Aktivitäten in der OFF Büromöbelwerk GmbH, künftig firmierend als Hund Office GmbH, gebündelt. Dazu zählt neben der Übernahme aller Kunden- und Lieferantenverträge auch die Übernahme der verbliebenen Mitarbeiter an den beiden Standorten in Biberach und in Sulzdorf.

In Biberach erfolgt die allgemeine Vorfertigung der Möbel sowie die Endmontage von Randsortimenten. Gleichzeitig ist Biberach der Standort für die wesentlichen Zentralfunktionen wie Materialwirtschaft, EDV, Rechnungswesen, Planung der Ausgangslogistik (teilweise) und Vertriebsinnendienst (VID) Südwest und Ausland. Am Standort Sulzdorf erfolgt die sehr effiziente Endmontage aller Serienmöbel. Dort sind ferner die Planung der Ausgangslogistik, die Möbelverladung, das Marketing und der Vertriebsinnendienst Nordost angesiedelt. Schließlich gehört zur Gruppe als 100%ige Tochtergesellschaft der Hund Office GmbH noch die Hund Office Furniture Distribution GmbH, die wie ein Fachhändler den Vertrieb der Büromöbel zu den US-Streitkräften abwickelt.

Über das Eigenverwaltungsverfahren

Die Eigenverwaltung ermöglicht es einem insolventen Unternehmen, eine Sanierung innerhalb eines gerichtlichen Verfahrens in Eigenregie zu gestalten. Bei der Eigenverwaltung wird auf die Einsetzung eines Insolvenzverwalters verzichtet. Durch das ESUG im Jahr 2012 sollte die Eigenverwaltung gestärkt und ein stärkerer Anreiz für frühzeitige Insolvenzanträge geschaffen werden. Neu geschaffen wurde auch die Möglichkeit der vorläufigen Eigenverwaltung. Um missbräuchlichem Verhalten vorzubeugen hat der Gesetzgeber seit dem 01.01.2021 die Eintrittsvoraussetzungen in die (vorläufige) Eigenverwaltung erhöht.

Wird von Seiten des Gerichts die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet, ist dies die Bestätigung durch das Gericht, dass dieses das Eigenverwaltungsverfahren für die Gläubiger als vorteilhaft einschätzt.

Durch die Bestellung eines (vorläufigen) Sachwalters und auch eines (vorläufigen) Gläubigerausschusses ist sichergestellt, dass die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen kontrolliert wird und die Gläubiger frühzeitig in Entscheidungsprozesse mit eingebunden sind.

Damit soll nicht nur der bestmögliche Weg zum Erhalt des Unternehmens bzw. des Geschäftsbetriebs verfolgt werden, sondern die Gläubiger auch eine möglichst hohe Befriedigung durch die Insolvenzquote erreichen.

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