Locked Box Mechanismus beim Unternehmensverkauf im Mittelstand: Vorteile und Nachteile
Der Locked Box Mechanismus ist ein gängiges Verfahren in Verkaufssituationen. Die Methode gewinnt im Mittelstand zunehmend an Bedeutung. Bei dieser Methode wird der Kaufpreis auf Basis der finanziellen Situation des Unternehmens zu einem bestimmten Stichtag festgelegt, welcher in der Regel vor dem Closing liegt (bspw. dem 31.12.2024). Im Folgenden werden die Vorteile und Nachteile dieser Methode erläutert.
Vorteile
- Transparenz: Der Locked Box Mechanismus bietet eine klare und transparente Bewertungsbasis. Käufer und Verkäufer können sich auf die finanziellen Kennzahlen zu einem bestimmten Stichtag konzentrieren, was die Verhandlungen vereinfacht.
- Schnelligkeit: Da der Kaufpreis bereits vor dem Closing festgelegt ist, können Verkaufsprozesse schneller abgeschlossen werden.
- Planungssicherheit: Verkäufer wissen genau, welchen Preis sie erhalten und Käufer können ihre Finanzierungspläne besser gestalten.
- Einfache Strukturierung: Der Mechanismus ermöglicht eine einfachere Vertragsgestaltung, da komplexe Kaufpreisanpassungen vermieden werden.
Nachteile
- Wenig Flexibilität: Veränderungen in der Unternehmensperformance nach dem Stichtag bleiben unberücksichtigt, was für Käufer nachteilig sein kann, wenn unerwartete Entwicklungen eintreten. Andererseits können sich auch für Verkäufer Nachteile ergeben.
- Anpassungsrisiko: Verkäufer müssen sicherstellen, dass die Finanzdaten bis zum Stichtag korrekt sind. Unzureichende Informationen können zu Problemen bei der Preisfindung führen.
- Weniger Anreize für Verkäufer: Verkäufer könnten weniger Anreiz haben, das Unternehmen bis zum Closing aktiv zu steuern, da der Preis bereits festgelegt ist. Diesem Punkt kann durch Regelungen (Anstellungsverträge, Earn-Out-Klauseln, etc.) jedoch entgegengewirkt werden.
- Hoher Prüfungsaufwand: Der Käufer muss eine umfassende Due Diligence durchführen, um sicherzustellen, dass die Zahlen zum Stichtag realistisch und zuverlässig sind.